Gibt es einen Konflikt zwischen Lebensmitteln und Kraftstoffen?

Nicht mit Ethanol. Tatsächlich werden bei der Ethanolproduktion Lebens- und Futtermittel UND Kraftstoffe hergestellt.

Stellt die Ethanolproduktion eine Konkurrenz für die Lebensmittelherstellung dar?

Nein. Die Erzeugung von Ethanol unterstützt sogar die Lebensmittelversorgung [1] [2]. Jede von der europäischen Ethanolindustrie verarbeitete Tonne Getreide produziert sowohl proteinreiches Tierfutter wie auch sauber verbrennendes, klimafreundliches Ethanol. Im Jahr 2018 produzierten die Bioraffinerien der ePURE-Mitglieder 3,8 Millionen Tonnen proteinreiches, GMO-freies Futtermittel.

Die Produktion von Ethanol trägt tatsächlich zur Ernährungssicherheit in der EU bei.

Eine heimische Lösung. Die Produktion von Ethanol in Europa hilft dabei, die starke Abhängigkeit der EU von importierten Proteinfuttermitteln zu reduzieren.
2018 musste die EU mehr als 23 % ihres Proteinbedarfs importieren, hauptsächlich in Form von Sojabohnen und Ölsaatenmehl. Allein die europäische Ethanolproduktion für erneuerbare Energien lieferte rund 1,7 % des Proteinfutters EU-Ursprungs. Ohne europäische Biokraftstoffe müssten erheblich mehr Sojabohnen und Sojaschrot aus Drittländern eingeführt werden.

Hat die Ethanolproduktion Auswirkungen auf die Lebensmittelpreise?

Nein. Mehrere Studien haben festgestellt, dass die Ethanolproduktion nahezu keine Auswirkungen auf die Lebensmittelpreise hat. Trotz der Ausweitung der Ethanolproduktion in der EU sanken die weltweiten Lebensmittelpreise. Seit 2008 ist die weltweite Biokraftstoffproduktion um 93 % und die EU-Produktion um 102 % gestiegen. Inzwischen sind die weltweiten Lebensmittelpreise um 16 % gefallen [3]. Die Europäische Kommission bestätigte, dass die Biokraftstoffpolitik der EU bisher keine negativen Auswirkungen auf die Lebensmittelpreise hatte und diese bis zum Jahr 2020 auch nicht erwartet werden [4].

Tatsächlich werden über 60 % der Preisschwankungen bei Lebensmitteln durch Preisausschläge bei Rohöl verursacht. Da der Großteil des Erdöls in die EU importiert wird, trägt dies zu einem Handelsbilanzdefizit bei und verursacht Verluste sowohl für Landwirte wie auch Verbraucher, die durch solche Preissteigerungen verlieren. Durch die Verdrängung von fossilen Kraftstoffen können Biokraftstoffe die Auswirkungen von Ölpreisschwankungen auf die Lebensmittelpreise abschwächen [5].

 


[1] Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen: Direktor José Graziano da Silva auf dem Global Forum for Food and Agriculture (2015)

[2] International Food Policy Research Institute: Vereinbarkeit von Ernährungssicherheit und Bioenergie: Handlungsprioritäten (2016)

[3] Siehe BP statistical review und FAO Food price Index

[4] Fortschrittsbericht „Erneuerbare Energiequellen“, Europäische Kommission (2017)

[5] Langfristige Triebkräfte der Lebensmittelpreise, Weltbank (2013)


 

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