Gibt es einen Konflikt zwischen Lebensmitteln und Kraftstoffen?

Nicht mit Ethanol. Tatsächlich werden bei der Ethanolproduktion Lebens- und Futtermittel UND Kraftstoffe hergestellt.

Stellt die Ethanolproduktion eine Konkurrenz für die Lebensmittelherstellung dar?

Nein. Die Erzeugung von Ethanol unterstützt sogar die Lebensmittelversorgung [1] [2]. Jede von der europäischen Ethanolindustrie verarbeitete Tonne Getreide produziert sowohl proteinreiches Tierfutter wie auch sauber verbrennendes, klimafreundliches Ethanol. 2017 produzierten die EU-Bioraffinerien zur Herstellung von Ethanol 4,32 Millionen Tonnen proteinreiches, GMO-freies Futtermittel.

Die Produktion von Ethanol trägt tatsächlich zur Ernährungssicherheit in der EU bei.

Eine heimische Lösung. Die Produktion von Ethanol in Europa hilft dabei, die starke Abhängigkeit der EU von importierten Proteinfuttermitteln zu reduzieren. 2016 mussten 39 % des EU-Proteinbedarfs aus Drittländern importiert werden, um die heimische Nachfrage zu decken. Die europäische Ethanolproduktion sicherte gleichzeitig 4 % der gesamten europäischen Proteinversorgung. Wenn Nebenprodukte aus der europäischen Biodieselproduktion dazugezählt werden, steigt dieser Anteil auf 15 %. Ohne europäische Biokraftstoffe müssten erheblich mehr Sojabohnen und Sojaschrot aus Drittländern eingeführt werden.

Hat die Ethanolproduktion Auswirkungen auf die Lebensmittelpreise?

Nein. Mehrere Studien haben festgestellt, dass die Ethanolproduktion nahezu keine Auswirkungen auf die Lebensmittelpreise hat. Trotz der Ausweitung der Ethanolproduktion in der EU sanken die weltweiten Lebensmittelpreise. Seit 2008 wurde die Produktion von Biokraftstoffen in der EU um 68 % gesteigert – die globalen Lebensmittelpreise dagegen gingen um 20 % zurück. Die Europäische Kommission bestätigte, dass die Biokraftstoffpolitik der EU bisher keine negativen Auswirkungen auf die Lebensmittelpreise hatte und diese bis zum Jahr 2020 auch nicht erwartet werden [3].

Tatsächlich werden über 60 % der Preisschwankungen bei Lebensmitteln durch Preisausschläge bei Rohöl verursacht. Da der Großteil des Erdöls in die EU importiert wird, trägt dies zu einem Handelsbilanzdefizit bei und verursacht Verluste sowohl für Landwirte wie auch Verbraucher, die durch solche Preissteigerungen verlieren. Durch die Verdrängung von fossilen Kraftstoffen können Biokraftstoffe die Auswirkungen von Ölpreisschwankungen auf die Lebensmittelpreise abschwächen [4].

 


[1] Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen: Direktor José Graziano da Silva auf dem Global Forum for Food and Agriculture (2015)

[2] International Food Policy Research Institute: Vereinbarkeit von Ernährungssicherheit und Bioenergie: Handlungsprioritäten (2016)

[3] Fortschrittsbericht „Erneuerbare Energiequellen“, Europäische Kommission (2017)

[4] Langfristige Triebkräfte der Lebensmittelpreise, Weltbank (2013)


 

Wir verwenden Cookies, um das Surfen auf https://ethanolfacts.eu/?lang=de zu verbessern, und nicht um persönliche Informationen zu sammeln. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie zu, dass dies in Ordnung ist.